Zitate

  • „Selbstdisziplin ist in dieser Bewährungsprobe gegenüber einem bewaffneten Versuch, unsere Republik ins Herz zu trefen und ihren Blutkreislauf zu zerstören, die Tugend, die jeder, und das heißt so viele wie möglich, aufzubringen und durchzuhalten bemüht sein müssen.“
    Herbert Wehner, 1977

 

  • „Ich bin für die Vereinigten Staaten von Europa, weil ich weiß (…), daß wir alle nicht zurückwollen in wie immer etikettierte Allianzen, die (…) trotz viel guten Willens Europa nicht vor zwei Weltkriegen und vor Perioden gefährlicher Spannungen haben bewahren können.“
    Herbert Wehner, 1971

  • „Wir müssen verhindern, dass in unserem Lande Emotionen aufgewiegelt werden mit verbalen Schlagstöcken aus den Arsenalen des Unmenschen.“
    Herbert Wehner, 1982

  • „Die moralische Substanz unserer Gesellschaft muß doch daran gemessen werden, inwieweit wir die Menschenwürde aller, also auch gerade der sozial Schwachen, der Außenseiter und der Minderheiten achten. Unsere eigene Vergangenheit ist doch Mahnung und Verpflichtung.“
    Herbert Wehner, 1982 (zur Originalquelle als pdf: hier)

  • „Wenn Sie nicht erschrecken, sage ich Ihnen, es kann fünfzehn Jahre dauern.“
    Herbert Wehner, 1982

  • „Wenn von der gesamtdeutschen Aufgabe der Bundesrepublik die Rede ist, so sollte man sie vor allem sehen als die Aufgabe, die Demokratie als allgemeine Staats- und Lebensordnung in ganz Deutschland durchzusetzen.“
    Herbert Wehner, 1960

  • „Wir unterscheiden uns von anderen nicht dadurch, daß wir weniger entschieden sind, sondern dadurch, daß wir weniger furchtsam sind.“
    Herbert Wehner, 1960

  • „Auf die von manchen gestellte Frage: ‚Soll ich meines Bruders Hüter sein?’ kann ich nur verantwortungsbewußt antworten: Ja, ich soll es, und ich will es.“
    Herbert Wehner, 1967

  • „Aber selbst wenn es Ihnen gelungen wäre, hier darzutun, daß von der Regierung und ihren Parteien wirklich alles getan wurde, was möglich war – ich will nicht sagen: alles, was notwendig war -, oder wenn Sie hier hätten dartun können, daß das, was Sie getan haben, überhaupt das einzig Mögliche gewesen ist, dann – und da ist die schwache Seite Ihrer Debatte – wäre immer noch nicht bewiesen, daß Sie für das, was morgen und übermorgen auf uns zukommt, imstande sind, das zu tun, was Sie in der Vergangenheit zu verstehen behauptet haben.“
    Herbert Wehner, 1957

  • „Verleumdungshetze gibt es überall. Die Spezialisten bedienen sich gesinnungslos alles, woher es auch stamme. Ich bleibe dabei, mich unter keinen Umständen solcher Mittel zu bedienen. Noch habe ich sogar die Hoffnung, daß es gelingen werde, diese Praxis zu überwinden. “
    Herbert Wehner an Karl Theodor zu Guttenberg, 1965

  • „Die Partei wird in den nächsten Runden viele standfeste und beschlagene Leute brauchen. Wir müssen uns den Ruf verschaffen, die in politischer Bildungsarbeit leistungsfähigste und interessanteste politische Gruppe zu sein.“
    Herbert Wehner, 1966

  • „Die Sammlung der arbeitenden Menschen in der Bundesrepublik hinter den Fahnen des demokratischen Sozialismus und die Zurückdrängung der Kommunisten in die Rolle einer hoffnungslosen Minderheit ist einer der bedeutsamsten Beiträge für die Sicherung von Freiheit und Demokratie, der nach 1945 in Westeuropa geleistet wurde.“
    Herbert Wehner, 1953

  • „Allgemeines Wohl, wie wir es verstehen, ist a) das Wohl jedes einzelnen, b) das Wohl aller, was ja mehr noch ist als das Wohl jedes einzelnen, und c) was noch mehr ist und alles umschließt: Das Wohl des Ganzen.“
    Herbert Wehner, 1959

 

  • „Bei dem ist alles Taktik, sagen die Leute oder schreiben die Leute – sie sagen es ja kaum; sie schreiben es, andere sagen es dann nach -, das werden sie auch noch einmal tun, wenn ich auf der Bahre liege, dann sagen die: Das ist auch nur Taktik, der hat sich den richtigen Moment ausgesucht.“
    Herbert Wehner, 1976

  • „Bundespolitik muss Politik für Deutschland, das heißt für ganz Deutschland sein. Deshalb ist es untragbar, wenn die Interessen einer im Grunde genommen doch recht dünnen Oberschicht des Großbesitzes ausschlaggebend für die Politik der Bundesregierung sind.“
    Herbert Wehner, 1953

  • „Volksvertretungen sind kein Luxus. Wenn aber Gemeinschaften, bei denen es um die Lebenserhaltung der europäischen Völker geht, sich in ihren parlamentarischen Rechten selber einschränken lassen, dann muß ich sagen: schade um diese Entwicklung.“
    Herbert Wehner, 1965

  • „Denn meine Auffassung von den Pflichten eines Politikers – der aktiv nicht nur in der Politik tätig ist, sondern sie gestalten helfen will – ist, dass es sich darum handelt, durch Politik in Ordnung zu bringen und in Ordnung zu halten, was alle Menschen angeht“
    Herbert Wehner, 1976

  • „Das, was man in Anlehnung an den Begriff aus der Weimarer Republik die Große Koalition nennt, also die Koalition zwischen SPD und jetzt CDU/CSU, würde in meinen Augen eine verstärkte Chance für die Verwirklichung einiger grundlegender innerer Reformen bieten.“
    Herbert Wehner, 1966

 

  • „Beharrlichkeit allein tut es nicht, sie fällt anderen auf die Nerven. Geduld allein tut es auch nicht, dann denken die, man kann mit uns alles machen, oder umgekehrt. Die Mischung von Geduld und Beharrlichkeit ist dafür erforderlich.“
    Herbert Wehner, 1979

  • „Ich verabscheue aus mancherlei Gründen die Art, einem Menschen die Arbeit unmöglich zu machen, indem man sich zum Richter über sein Verhalten in den Jahren zwischen 1933 und 1945 aufwirft.“
    Herbert Wehner, 1955

  • „Die Bundesrepublik ist ja nicht durch die CDU allein geschaffen worden. Ohne die SPD und ihre Frontstellung gegen den Kommunismus hätte es keine freiheitliche Bundesrepublik Deutschland gegeben.“
    Herbert Wehner, 1966

  • „Große Schritte ja, aber um Himmels willen, wenn man nur mit kleinen Schritten weiterkommt, dann auch die kleinen nicht verdrießen lassen, auch wenn man sich dabei komisch vorkommt und dabei manchem auf die Hühneraugen tritt bei solchen kleinen Schritten. Kleine Schritte ja, immer besser als stillstehen.“
    Herbert Wehner, 1964

 

  • „Für das Verhältnis der Arbeitnehmer zum demokratischen Staat, aber auch für die Demokratie selbst halte ich die Untrennbarkeit von Demokratie und Vollbeschäftigung für entscheidend“
    Herbert Wehner, 1958

 

  • „Unsere Stärke muß sein: Orientieren statt irritieren.“
    Herbert Wehner, 1975

  • „Erschreckt bitte nicht davor, Genossen, aber Politik macht man, damit man Macht im Staate ausüben kann und nicht, damit man die Macht der anderen kritisiert. Dies auch, solange man nicht selbst welche hat. Wenn man welche hat, muß man auch wissen, sie so zu handhaben, daß man möglichst nicht bei jedem nächsten Schritt abgewählt wird.“
    Herbert Wehner, 1968

 

  • „Es gibt keinen Grundsatz, der eine Koalition mit einer anderen demokratischen Partei verböte oder unmöglich machte, und es gibt auch keinen Grundsatz, der die Sozialdemokratische Partei umgekehrt nötigte, unter allen Umständen mit einer anderen demokratischen Partei zu koalieren.“
    Herbert Wehner, 1966

 

  • „Die CDU hat zu viel von dem, wovon die SPD noch zu wenig hat: Sinn für den Umgang mit der Staatsgewalt.“
    Herbert Wehner, 1969

 

  • „Es ist richtig, dass die SPD und die FDP nicht die gleichen gesellschaftspolitischen Programme haben. Aber sie haben auch vieles gemeinsam, und zudem sind sie aufeinander angewiesen. Die Liberalen haben übrigens nur, wenn sie nicht zulassen, dass sie von der CDU wieder unter ihre Fittiche genommen werden, die Chance der politischen Selbstständigkeit.“
    Herbert Wehner, 1971

 

  • „(…) ich, der ich im Jahr 1924 angefangen hatte Pfeife zu rauchen, weil ich glaubte, das sei eine Stimulanz für die Arbeit des Schreibens, und ich habe viel geschrieben. Am Ende kam es so, daß ich auch rauchte, ohne zu schreiben. Wenn man dann unter dem Strich rechnet, ob ich eigentlich – ja, was Ursache und was Wirkung war, so kommt man zu sehr skeptischen Betrachtungen.“
    Herbert Wehner, 1966

 

  • „Privatisierte öffentliche Einrichtungen sollen der privaten Gewinnerzielung dienen und verlieren damit ihre solidarische Hilfsfunktion für die sozial Schwachen. Öffentliche Dienstleistungen können deshalb auch nicht nur nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt werden. Privatisierung scheidet als Lösungsmöglichkeit aus.“
    Herbert Wehner, 1976

 

  • „Wer mit dieser Lügenalternative ‚Freiheit oder Sozialismus‘ Treibjagd machen und gewinnen möchte, d.h., wer die Sozialdemokratie von unserem demokratischen Staat und der Freiheit der Deutschen amputieren will, der versündigt sich.“
    Herbert Wehner, 1976

 

  • „Mitglieder und Freunde der SPD müssen sich darüber klar sein, daß es in Deutschland aufgrund der ganzen Entwicklung und auch wegen der Spaltung einen vollen Erfolg der SPD nur dann geben wird, wenn viele gesellschaftliche Vorurteile und Vorbehalte überwunden werden, die leider auch zum Teil durch die Diskreditierung dessen, was mit dem Begriff Sozialismus auf der anderen Seite Deutschlands geschieht, immer wieder neue Nahrung finden.“
    Herbert Wehner, 1966

 

  • „Politik ist was anderes als das Einwirkenlassen von Gefühlsdünsten. Ich weiß, daß die nicht wegzukriegen sind, aber man sollte ihrer soweit es geht Herr werden.“
    Herbert Wehner, 1962

 

  • „Wenn heute gesagt wird, man soll bei Tarifabschlüssen doch an das Gesamte denken, von mir werdet Ihr das so nicht hören, denn ich finde, es wird ja wohl bei der Arbeitnehmerschaft genügend Verstand dafür sein, was man unter den gegenwärtigen Umständen sich sichern muß, von dem was abfällt in der Produktion.“
    Herbert Wehner, 1975

 

  • „Ich bin in die politischen Notwendigkeiten hineingekommen nicht, um etwas zu werden, sondern um Leuten zu helfen, dort mit bestimmten Erscheinungen fertig zu werden, von denen sie sich sonst hätten irreführen lassen.“
    Herbert Wehner, 1976

 

  • „Hier steht das Freiheitliche und Sozialistische, das es in Europa gibt!“
    Herbert Wehner, 1948
    Quelle: Herbert Wehner auf dem Düsseldorfer Parteitag der SPD.

 

  • „Wenn ich sage, reale Friedenspolitik, so betone ich: Die bedarf eines besonnenen Kopfes und auch eines heißen Herzens. Aber weder das eine allein, noch das andere allein würde genügen. Beides aber hat Willy Brandt.“
    Herbert Wehner, 1973

 

  • „Es gibt für die SPD keinen Unterschied zwischen demokratischen Sozialisten und Sozialdemokraten.“
    Herbert Wehner, 1972

 

  • „Wir sind dazu verurteilt, uns über gewisse Grundfragen unserer großen Politik miteinander zu verständigen. Sonst holt uns nämlich der Teufel, jedenfalls in den Fragen, die an die Existenz unseres Volkes rühren.“
    Herbert Wehner, 1963

 

  • „Weder quantifizierte Horizontmalerei noch ‚Diamat‘, sondern das Ausschöpfen des Godesberger Grundsatzprogramms und das Wirken unter den für die Erringung der Gleichheit ihrer konkreten Chancen auf seine Forderungen angewiesenen Menschen bedeutet, ‚die Welt‘, das heißt unsere konkreten Verhältnisse, zu ändern, statt sie lediglich zu interpretieren oder über sie zu resolutionieren.“
    Herbert Wehner, 1971

 

  • „Zur Demokratie gehört auch die Fähigkeit, andere mit sich und neben sich leben zu lassen, nicht als Untergeordnete, sondern als im Wettbewerb Nebeneinander-Stehende. Sonst ist das keine Demokratie, sondern eine Scheindemokratie.“
    Herbert Wehner, 1974

 

  • „Ich weiß, wie sehr es darauf ankommt, daß ein Volk, auch bei der Spaltung seines Staates, seine Einheit als Nation bewahrt. Ich weiß aber auch, daß die Nation nicht zum höchsten Wert proklamiert werden darf, wenn nicht eintreten soll, was wir in Deutschland in zwölf furchtbaren Jahren erlebt haben.“
    Herbert Wehner, 1963

 

  • „Das Recht auf Sozialismus läßt sich auch in der Bundesrepublik und im zerrissenen Deutschland derjenige Teil nicht nehmen, der darunter versteht, daß aus der Gleichheit der Rechte auch eine Gleichheit der Chancen werden soll.“
    Herbert Wehner, 1971

 

  • „Politische Inhalte sind wichtiger als organisatorische Schritte.“
    Herbert Wehner, 1979

 

  • „Uns Sozialdemokraten erscheint es als im Lebensinteresse unseres Volkes liegend, daß es auch im Zustand der staatlichen Trennung von uns nicht nur angesehen, sondern miterlebt wird als dennoch eine Nation.“
    Herbert Wehner, 1979

 

  • „An Geheimdienstberichte erinnern Sie sich besonders, auch wenn sie entstellt waren. Daß es Ihnen dazu gerade gut genug ist, zu sagen, Sie hätten mich noch nie so in Erregung gesehen: Schönen Dank für dieses Kompliment!“
    Herbert Wehner, 1974

 

  • „Wenn wir überlegen, sind wir überlegen. Warten wir damit nicht, bis wir von Terminen gejagt werden.“
    Herbert Wehner, 1968

 

  • „Als ein bundesrepublikanisches Staatsgefühl würde ich das bewußte Handeln für unseren demokratischen Staat und sein Grundgesetz ansehen.“
    Herbert Wehner, 1966

 

  • „Denken Sie an unsere großen öffentlichen Diskussionen um das Godesberger Programm. Das soll erst einmal eine andere Partei in dieser Breite, Dauer und Öffentlichkeit so schonungslos machen, wie wir das gemacht haben.“
    Herbert Wehner, 1966

 

  • „Organisationsprobleme, politisch verstanden und dargestellt, gehören zu den Kernproblemen des Ringens um den sozialen Charakter unseres demokratischen Staates, des politischen Kampfes um die Anwendung der Macht im Staat für die Demokratisierung unserer Gesellschaftsordnung.“
    Herbert Wehner, 1971

 

  • „Dies ist nicht der Staat der CDU, das ist auch nicht der Staat der SPD, das ist ein Staat, von dessen Handlungsfähigkeit, von dessen Reformfähigkeit wir alle abhängen.“
    Herbert Wehner, 1968

 

  • „Ich habe gelernt, daß es notwendig ist, alles, auch das Leben, dafür einzusetzen, damit wir in Deutschland endlich die Übereinstimmung zwischen freiheitlich demokratischer Staatsordnung und der sozialen Gleichberechtigung aller Menschen sichern.“
    Herbert Wehner, 1965

 

  • „Dresden – das war meine Heimatstadt; dort ist auch meine Mutter in dem Bombardement umgekommen. Ich würde es dennoch ablehnen, Dresden mit Guernica und mit Oradour und mit Katyn in eine Reihe zu stellen.“
    Herbert Wehner, 1973

 

  • „Die aus der Arbeiterklasse Deutschlands hervorgegangene Sozialdemokratische Partei soll eine in den breiten schaffenden Schichten des Volkes wurzelnde, von ihnen getragene und zum Wohle des ganzen Volkes wirkende Sozialdemokratische Partei sein.“
    Herbert Wehner, 1957

 

  • „Die SPD muß das, was sie für richtig hält, begreiflich machen für die Menschen. Und das geht nur, wenn sie respektiert, was die Menschen unter den gegebenen Verhältnissen so oder so sehen, so oder so aufzufassen fähig sind. Das ist ihre Zwangslage oder die Zwangslage jeder Partei. Und da sie ihre Politik nicht mit Schwindel betreiben kann, muß sie also äußerlich häufig glanzlos und hausbacken erscheinen.“
    Herbert Wehner, 1966

 

  • „Die SPD muß sich in die Probleme der breiten schaffenden Volksschichten hineinknien und alles daransetzen, sie in ihren eigenen Griff zu bekommen.“
    Herbert Wehner, 1957

 

  • „Jeder Schritt wirklicher Bewegung, demokratischer Bewegung, Arbeiterbewegung und Arbeitnehmerbewegung ist wichtiger als noch so präzis ausgedachte Programmformulierungen.“
    Herbert Wehner, 1959

 

  • „Unter der Herrschaft einer Partei wie der CDU ist die demokratische Ordnung immer wieder in Gefahr, zurückzufallen in Klassen-, Kasten- und Cliquenherrschaft.“
    Herbert Wehner, 1958

 

  • „Die Vollbeschäftigung ist so lange nicht gesichert, so lange diejenigen, die im Besitz wirtschaftlicher Macht sind, es verhindern können, daß alle Möglichkeiten zur Sicherung der Vollbeschäftigung in Bewegung gesetzt werden.“
    Herbert Wehner, 1958

 

  • „Es dunkelt. Die Wolken färben sich rosarot. Es wird Zeit, noch etwas zu machen.“
    Herbert Wehner, 1970

 

  • „Das Verbot ist ein legitimes Mittel gegenüber der NPD und anderen Erscheinungen, die an die NSDAP anknüpfen. Hier geht es nicht darum, mit juristischer Akribie Beweise zu erbringen, sondern darum, die Wiederholung des schrecklichen Unglücks zu verhindern, das die NSDAP bedeutet hat. Wer argumentiert, daß diese Leute ja schon in Landtagen sitzen und deshalb akzeptiert werden müssen, der hat – ob bewußt oder unbewußt – im Grunde schon kapituliert“
    Herbert Wehner, 1967

 

  • „Ich möchte gern mal wirklich Geschichten erzählen. (…) Und davon gibt es natürlich in so einem Leben nicht wenig – Ernstes und weniger Ernstes, Schlimmes, Gutes, Schönes und auch viel Gegenteil vom Schönen. Man kommt natürlich leicht in Versuchung, dabei Lehren ziehen zu wollen. Wenn man es für sich selber tut, ist es auch in Ordnung. Wenn man es für andere zu tun versucht, muß man zur Ordnung gerufen werden. Das ist dann auch in der Ordnung“
    Herbert Wehner, 1966
    Quelle: Herbert Wehner beim CVJM Wuppertal.

 

  • „Ohne arbeitsfähige politische Parteien gibt es keinen Staat, der dem Volk Bewegungsfreiheit und Luft zum Atmen läßt. Aber eben deshalb ist es notwendig, festzustellen, daß unsere politischen Parteien der öffentlichen Kritik bedürfen, damit sie selbst den Forderungen der Stunde gerecht werden können.“
    Herbert Wehner, 1948

 

  • „Das Recht zur Kritik und die Pflicht zur Selbstverantwortung müssen geübt werden, damit allmählich ein genügend starker Widerstand gegen alle Arten totalitärer Führerherrschaft und Gleichschaltung aufgerichtet werden kann. Ich schreibe ‚alle Arten‘ und will damit sagen, dass die nazistische nicht die einzige ist.“
    Herbert Wehner, 1946

 

  • „Mir war die Arbeiterbewegung von frühester Jugend auf Lebensinhalt, und ich will weder mit Kniffen noch mit Seitensprüngen von Dingen wegzukommen versuchen, mit denen ich verbunden gewesen bin. Was ich aber wollte (…) ist die Anerkennung, dass ich ehrlich gerungen habe, und dass man mir glaubt, wenn ich sage, dass ich meine nunmehrige Auffassung teuer erkauft und ehrlich erkämpft habe.“
    Herbert Wehner, 1946

 

  • „Wenn ich auch keinen Ehrgeiz habe, als ein Typ mich darzustellen, so kann ich es nicht hindern, daß andere es tun. Die Entwicklung dessen, was mit den sogenannten Massenmedien möglich ist an Aufpeitschung von Massenleidenschaften, ist noch nicht zu Ende geführt: Insofern bedarf es der Kaltblütigkeit einer ausreichenden Zahl politisch aktiver Menschen, um nicht mit diesem Strom zu schwimmen.“
    Herbert Wehner, 1976

 

  • „Wenn manchmal gedacht und gemeint wird, die Betriebstätigen seien die ‚Hausmacht der SPD‘, so ist das leichtsinnig oder falsch. Die Kommunikation zwischen SPD und Arbeitnehmerschaft ist die Voraussetzung für ein wechselseitiges Vertrauensverhältnis.“
    Herbert Wehner, 1973

 

  • „Haß ist für mich das Schrecklichste. Ich versuche, das Wort überhaupt zu vermeiden. Ich habe keinen Haß, und wenn ich mich dabei ertappen würde, auch nur Anflüge davon zu spüren, so würde ich in mich gehen.“
    Herbert Wehner, 1969

 

  • „Kommunist zu werden, um im Sinne der Bergpredigt die gesellschaftlichen Verhältnisse des menschlichen Zusammenlebens ändern zu helfen, war deshalb ein Irrtum, weil man bei genauem Nachdenken hätte begreifen müssen, daß die menschlichen und politischen Mittel, die der Kommunismus vorsieht und deren er sich bedient, die erstrebten Ziele unerreichbar macht.“
    Herbert Wehner, 1969

 

  • „Die SPD ist angetreten zum entscheidenden Ringen um den Charakter des demokratischen Staates. Unser demokratischer Staat bedarf der Sicherung der Demokratie in ihrem sozialen Fundament wie kein anderer demokratischer Staat.“
    Herbert Wehner, 1968

 

  • „Für uns Sozialdemokraten ist nach allen Erfahrungen der demokratische Staat nicht nur eine Voraussetzung für den Sozialismus, sondern die staatliche Form des Gemeinwesens, in der wir den Sozialismus zu verwirklichen suchen müssen.“
    Herbert Wehner, 1959

 

  • „Vieles an unserer gemeinsamen Aufbauleistung ist sicher beispielhaft, weil wir eine erfolgreiche Verständigungspolitik betreiben (…), weil unser Land über eine außerordentlich hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verfügt, weil unser dicht geknüpftes Netz der sozialen Sicherheit zu einer einzigartigen sozialen Stabilität geführt hat, weil wir eine konsequente Politik stetiger Reform betreiben, weil wir es mit innergesellschaftlicher Solidarität und realer Freiheit des einzelnen ernst meinen.“
    Herbert Wehner, 1976

 

  • „Dürfte ich für mich ‚philosophieren‘, könnte ich bemerken, daß es ein Zeichen großer Souveränität ist, zu verhandeln, statt unmittelbar zu handeln, solange noch nicht der ganze Verhandlungsspielraum ausgeschöpft ist.“
    Herbert Wehner, 1973

 

  • „Deutsche Politik würde ihren Sinn verlieren, wenn wir es aufgäben, als Volk in einem freien Staat zusammenleben zu wollen.“
    Herbert Wehner, 1961

 

  • „Ich habe nichts für notwendig gehalten.“
    Herbert Wehner, 1979
    Quelle: Herbert Wehner befragt ob er den Rücktritt von Willy Brandt für notwendig gehalten habe.

 

  • „Die Demokratie als die allgemeine Staats- und Lebensordnung in ganz Deutschland durchzusetzen, das ist der erklärte Wille allein der Sozialdemokratischen Partei.“
    Herbert Wehner, 1961

 

  • „Wir müssen vor der breiten Öffentlichkeit als Partei unter Beweis stellen, daß wir eine allgemeine Ordnung anstreben – darunter verstehe ich den eigentlichen Bereich der Politik -, die keine Schicht und keine Gruppe der Bevölkerung mehr benachteiligt.“
    Herbert Wehner, 1959

 

  • „Solidarität und Nächstenliebe gehören eng zusammen. Sich in diesem Geiste zu verhalten heißt: Im politischen Leben auch Anstand gegenüber dem politischen Gegner zu zeigen, heißt auch: Millionen Menschen vor Arbeitslosigkeit zu bewahren und Zukunftsinvestitionen für die junge Generation weitsichtig zu betreiben, auch wenn dafür eine stärkere Kreditaufnahme durch den Staat in Kauf genommen werden muß.“
    Herbert Wehner, 1980

 

  • „Resignieren werde ich nicht. Weder habe ich es getan noch denke ich es zu tun. Ich bin für Kämpfen.“
    Herbert Wehner, 1968

 

  • „Auch und gerade die Parteien müssen Mittel und Wege finden, damit sie nicht in der modernen Industriegesellschaft ein Kartell neben einem anderen werden. Die Parteien müssen expansiv und dynamisch und nach außen gerichtet sein.“
    Herbert Wehner, 1968

 

  • „Der Ereignisse vom Juni 1953 würde man nicht gerecht, gedächte man ihrer lediglich an Hand des Kalenders, ebensowenig, gedächte man ihrer im Rahmen eines Rituals oder gar Zeremoniells. Man würde ihrer auch nicht gerecht, wenn man annähme, sie seien wiederholbar oder man könne sich auf sie berufen zur Bemäntelung eigenen Tuns und Nichttuns.“
    Herbert Wehner, 1968

 

  • „Der Kampf um eine gerechtere Verteilung des Sozialprodukts, gestützt auf die Tatsache der gestiegenen Arbeitsleistung und des zunehmenden Sozialprodukts, ist ein Kampf, bei dem es nicht nur um dieses oder jenes Branchen- oder Sonderinteresse geht, sondern darum, daß ein neues Wirtschaftsdenken, vom Ganzen aus nämlich und mit der Demokratie als zu sichernde Lebensbedingung, um sich greifen muß.“
    Herbert Wehner, 1955

 

  • „Und wenn mir einer sagt: Ja, wenn es um die reale Macht geht, ist es unausweichlich, daß man hart vorgehen muß – bin ich bereit, Namen für Namen anzugeben von Leuten, die sich in ihrer Jugendzeit eingesetzt haben und geschlachtet worden sind für eine Sache, für die sie, wenn sie sie begriffen hätten, nicht den Finger gerührt hätten.“
    Herbert Wehner, 1946

 

  • „Ich habe nur eine einzige Sorge: daß Sie noch nicht genügend begriffen und gelernt haben, daß es nicht Aufgabe einer parlamentarischen Opposition ist – bei allen Gegensätzen, auch wenn sie in noch so scharfer Form ausgetragen werden -, in Fragen, die die auswärtigen und die verteidigungspolitischen Notwendigkeiten betreffen, fortgesetzt genau das kaputtzumachen, zu stören, in Frage zu stellen oder als Lügen hinzustellen, was von der Regierung und der Mehrheit, die sie trägt, für richtig gehalten und gemacht wird. Da haben Sie noch eine dicke Portion hinzuzulernen.“
    Herbert Wehner, 1980

 

  • „Der Ausbau des Sozialstaates bleibt unser Auftrag ebenso wie die Bewahrung der liberalen Bürgerrechte.“
    Herbert Wehner, 1976

 

  • „Die Freiheit der Person, das Recht und die soziale Gerechtigkeit werden in einem geeinigten Deutschland triumphieren.“
    Herbert Wehner, 1950

 

  • „Demokratie aber, wenn sie nicht durch Sozialismus ergänzt oder erfüllt werden kann – mangelnder Mehrheitsmöglichkeiten wegen – geht dann – wie Erfahrungen lehren – manchmal schief.“
    Herbert Wehner, 1972

 

  • „Uns, den Sozialdemokraten, geht es darum, die gesellschaftliche Ordnung in Harmonie mit unserer freiheitlichen demokratischen Staatsordnung zu bringen.“
    Herbert Wehner, 1965

 

  • „Das, worin Sie, meine Damen und Herren, und wir übereinstimmen, wiegt nach meiner Ansicht nicht weniger schwer als das, worüber wir streiten, um es sehr nüchtern zu sagen.“
    Herbert Wehner, 1974
    Quelle: Herbert Wehner im Bundestag zur CDU/CSU-Opposition.

 

  • „In den Bundestag wollte ich nicht. Ich dachte, das braucht Zeit – und warum soll ich? Ich habe Kurt Schumacher gesagt: Sie werden mir doch dort von allen Seiten manchmal täglich bei lebendigem Leibe die Haut vom Leibe reißen. Ja, sagte er, das werden sie, aber das wirst du auch aushalten. So ging das. Und das habe ich manchmal so gefühlt, als wenn mir die Haut vom Leibe gezogen würde.““
    Herbert Wehner, 1964

 

  • „Das ist nun so bei der kommunistischen Theorie, die in diesem Punkte eine – ohne Spott – eine Theologie ist, daß sie alle anderen eliminieren müssen, sofern diese sich nicht von ihnen umformen und verdauen lassen.“
    Herbert Wehner, 1970

 

  • „Pluralismus ist nicht nur ein Nebeneinander der verschiedensten Gruppen und Organisationen, sondern auch ein Gegeneinander. Da muß man wissen, gegen welche Interessen man kämpfen und auch standhaft kämpfen muß“
    Herbert Wehner, 1972

 

  • „Manche Politiker scheinen das politische Leben nur lebenswert zu finden, wenn sie auf einen Feind einhauen können. Dabei sollte es doch vor allem ihre Sorge sein, Verhältnisse zu schaffen, in denen die Menschen zurechtkommen können.“
    Herbert Wehner, 1967

 

  • „Meine Auffassung von Terroristen ist schlicht, ob sie nun, aus welchen Gründen immer, ihre Terrorakte ‚links‘ oder ‚rechts‘ motivieren: Sie sind immer Zutreiber und manchmal bewußte Zuhälter der Reaktion.“
    Herbert Wehner, 1977

 

  • „Diskussion will gelernt sein. Zur Diskussion gehört, zuhören zu wollen und zuhören zu können. Zur Diskussion gehört auch, sich in die Auffassungen des anderen hineinversetzen zu wollen, damit man schließlich zum Kern der Sache kommen kann.“
    Herbert Wehner, 1968

 

  • „Ein Kulturstaat ist noch etwas mehr als ein Staat, der auch etwas für Museen und Ausstellungen ausgibt, das ist die Verschmelzung des Sozialstaats mit dem Rechtsgedanken und mit der Einflußmöglichkeit der nach vorn, nach oben strebenden sozialen Schichten in unserem Volk.“
    Herbert Wehner, 1961

 

  • „Ich halte die Bewährung eines Volkes als Nation nur dadurch für denkbar, daß es ein hohes Maß an Bürgersinn aufbringt, pflegt und praktisch zur Wirkung kommen läßt. Das hat mich in meinen skandinavischen Lehrjahren so besonders fasziniert.“
    Herbert Wehner, 1969

 

  • „Was wir wollen, ist die Entkräftung der Zerrbilder, die andere Leute über uns in die Welt gesetzt haben, mit der sie Leute davon abhalten, sich für uns zu interessieren.“
    Herbert Wehner, 1961

 

  • „Die Politik läßt sich aber nicht in allen Stücken nach den Bedürfnissen in einem Wahljahr kneten. Ausgaben verlangen finanzielle Deckung. Wer an einer Stelle etwas verspricht, wird bald von anderen Stellen gefragt, ob nicht auch andere Notwendigkeiten erfüllt werden müßten.“
    Herbert Wehner, 1969

 

  • „Wer einmal Kommunist war, den verfolgt Ihre gesittete Gesellschaft bis zum Lebensende, und wenn es geht, läßt sie ihn auch noch durch Terroristen umbringen.“
    Herbert Wehner, 1975

 

  • „Als ich 1958 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Partei gewählt wurde, habe ich gesagt: ‚Ich kann Euch nur eines wirklich versprechen, und das werde ich machen, solange ich arbeiten kann und solange Ihr mich dahin wählt – ich werde eine solche Mannschaft, eine arbeitsfähige, zusammenarbeitsfähige Mannschaft bilden und erhalten helfen.“
    Herbert Wehner, 1981

 

  • „Wer herausgeht, muß auch wieder hereinkommen.“
    Herbert Wehner, 1975

 

  • „Man kann sich Leute vorstellen, die das Wohl des Ganzen im Munde führen und dabei noch lange nicht bereit sind, auch das ihre dazu zu tun, daß das Wohl jedes einzelnen im Rahmen des Wohles des Ganzen erfüllt wird.“
    Herbert Wehner, 1959

 

  • „Eine Regeneration dieser doch sehr starken CDU/CSU, die sich Union nennt, ist wesentlich, damit es klarere Fronten in den konkreten Auseinandersetzungen über gesellschaftliche, über die wirklichen Fragen in der Politik geben kann.“
    Herbert Wehner, 1973

 

  • „Wir wissen auch – und haben es praktisch zu spüren bekommen –, daß in einer Koalition jeder Partner nur das erreichen kann, was auch der Koalitionspartner mit seinen Grundsätzen, Ansichten und Zielen in Einklang bringen zu können vermeint.“
    Herbert Wehner, 1971

 

  • „Aus Erfahrungen lernen und nicht verzweifeln; im Streit der Meinungen und Interessen nicht die Auffassungen annehmen und versteinern lassen, als seien die Irrtümer der einen Seite die Rechtfertigung der anderen.“
    Herbert Wehner, 1979

 

  • „Politik ist das Bemühen um die erreichbare Erfüllung der Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Mitbürgerinnen und Mitbürger des Gemeinwesens. In unserer Bundesrepublik stellt das Grundgesetz den Boden und den Rahmen für das Ringen der politischen Kräfte dar. Wenn die Zeit der Analyse der blutigen und schmerzhaften Ereignisse gekommen sein wird, kommt auch die Chance zur kritischen und selbstkritischen Auseinandersetzung über die dabei zur Wirkung gekommenen Faktoren. Dies wird nur dann fruchtbar sein können, wenn in der Zeit der unmittelbaren Gefahr alles aufgeboten worden ist, was ihr entgegengewirkt und sie schließlich gebannt haben wird. Daß sie gebannt werde, muß für alle Seiten unseres demokratischen Gemeinwesens Ehrensache sein. Wer jetzt ‚die Messer wetzt‘ und schon ausprobiert, der schwächt die Kräfte des Gemeinwesens und verhindert unter Umständen, daß der Terrorismus ausgelöscht werden kann.“
    Herbert Wehner, 1977

 

  • „Willy Brandt hat (…) als den Stil der sozialdemokratischen Politik das ‚Große Gespräch‘ beschrieben, das in Wirklichkeit bedeutet die Gegenposition zu der Starrheit, die Gegenposition zu dem ‚Von-oben-Herab‘, die Gegenposition der lebendigen Demokratie zu jener Auffassung, die im Staatsbürger nur den Stimmbürger oder vor allem den Stimmbürger sieht.“
    Herbert Wehner, 1969

 

  • „Ein Leben, in dem das Streben bestimmend ist, nicht Kluft noch Widerspruch zwischen dem als Wahrheit Erkannten und dem eigenen Tun entstehen zu lassen. Diese Maxime ist gewiß nicht allmächtig, aber sie ist unerläßlich gerade für einen Sozialisten.“
    Herbert Wehner, 1946

 

  • „Die gleichen Rechte müssen umgesetzt werden in gleiche Chancen. Jeder Mensch soll seine konkrete persönliche Chance haben. Das festzuhalten und dafür immer breitere Unterstützung bei den Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu erwerben, ist das wichtigste politische Vermächtnis.“
    Herbert Wehner, 1971

 

  • „Die Steigerung der Leistungsfähigkeit der dem Gemeinwohl dienenden Einrichtungen von Bund, Ländern und Gemeinden für soziale Sicherheit, für humane Lebensbedingungen und kulturellen Fortschritt hat von der Sozialdemokratie stets vordringlich behandelt zu werden.“
    Herbert Wehner, 1978

 

  • „So wichtig heute auch die Computer und die Datenverarbeitung sind, es wäre schrecklich, wenn sie höher bewertet würden als das, was der Mensch wirklich selber bedeutet, was er braucht und wozu er gebraucht werden kann.“
    Herbert Wehner, 1973

 

  • „Organisationen, Genossinnen und Genossen, sind nicht Selbstzweck. Aber, und dieses Aber groß geschrieben, für die Demokratie und für den sozialen Fortschritt sind Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften unentbehrlich. Sie sind nicht voneinander zu trennen, was sie auch statuarisch miteinander zu tun haben mögen oder nicht mehr zu tun haben mögen.“
    Herbert Wehner, 1955

 

  • „Die CDU muß mit sich selber fertigwerden. Das allerdings kann ihr niemand abnehmen; das kann auch ich ihr nicht abnehmen.“
    Herbert Wehner, 1970

 

  • „Natürlich gibt es in dieser Gesellschaft Klassen, und dennoch nenne ich sie nicht eine Klassengesellschaft. Das ist keine Gesellschaft, in der die Zugehörigkeit zu dem, was man soziologisch eine Klasse nennt, das Ausschließen oder das Privilegiertsein bei der Regelung der politischen Angelegenheiten unseres Gemeinwesens und gesellschaftlicher Reformbemühungen bedeutet.“
    Herbert Wehner, 1973

 

  • „Das, was man ‚die Wirtschaft‘ nennt, wird nicht nur verkörpert oder repräsentiert durch die Wortführer der Unternehmensleitungen oder Unternehmensverbände. (…) Die Wirtschaft wird nicht außerhalb alles anderen nur durch Unternehmensleitungen oder Leiter verkörpert, die sicher auch dazugehören, aber die Arbeitnehmerseite gehört auch dazu und das Gemeinwesen als Drittes, das ja nicht krank werden darf bei einer Neuauflage des Rückfalls in längst überwundene Verhältnisse.“
    Herbert Wehner, 1977

 

  • „National sein können in Deutschland nur diejenigen, die ein Deutschland schaffen helfen wollen, das die Wiederholung der Schrecken der Vergangenheit ausschließt.“
    Herbert Wehner, 1967

 

  • „Meine Heimat ist Sachsen, das es heute so nicht mehr gibt, und dies war die Wiege der deutschen Arbeiterbewegung.“
    Herbert Wehner, 1976

 

  • „Sozialdemokraten müssen wissen und sich stets daran erinnern, notfalls gegenseitig, daß sie die Hoffnung jener Teile der Gesellschaft verkörpern, die zu gleichen Rechten und von gleichen Rechten weiter zu gleichen Chancen kommen (…)“
    Herbert Wehner, 1971

 

  • „[Das SED-Experiment] wird fürchterlich enden, mit einem moralischen Katzenjammer und einer sittlichen Vernichtung derer, die einmal aus ehrlichen Absichten kommunistische oder sozialistische Vorstellungen solcher Art zu realisieren versucht haben.“
    Herbert Wehner, 1964

 

  • „Innenpolitische Gegnerschaft belebt die Demokratie. Aber ein Feindverhältnis, wie es von manchen gesucht und angestrebt wird, tötet schließlich die Demokratie, so harmlos das auch anfangen mag. Das geteilte Deutschland – meine Damen und Herren, ich will Sie damit nicht belehren; Sie wissen das wahrscheinlich zum größten Teil selbst – kann nicht unheilbar miteinander verfeindete christliche Demokraten und Sozialdemokraten ertragen.“
    Herbert Wehner, 1960

 

  • „Ich halte es für eine große Sache, daß die SPD von ihren Ahnen das Postulat übernommen hat und an ihm festhält, die Beziehungen zwischen den Völkern und Staaten nach denselben einfachen Gesetzen, die das Verhältnis zwischen privaten Personen regeln sollen, ordnen zu helfen.“
    Herbert Wehner, 1966

 

  • „Kataloge in allen Ehren für Käufer und Verkäufer, für Leute, die Stichworte suchen. Programm, das ist ein Programm mit Grundwerten, das ist ein Programm mit einer klaren Zielrichtung, die sich nicht ändern darf, oder die SPD hört auf, Sozialdemokratische Partei zu sein“
    Herbert Wehner, 1979

 

  • „Mit Opfern auf Kosten des Ostens unseres Landes kann und darf man keine Positionen irgendwo in westlicher Richtung erkaufen wollen.“
    Herbert Wehner, 1949

 

  • „Im Gegensatz zu Kurt Biedenkopf, der meint, die sozialen Sicherungen seien schon ausreichend, haben wir die Absicht, die soziale Grundausstattung unserer Gesellschaft auch weiterhin nach einem durchdachten Konzept auszubauen.“
    Herbert Wehner, 1975
    Quelle: zit. durch die „ZEIT“

 

  • „Es wird sich zeigen, daß die sachlich nüchterne Arbeit der Sozialdemokraten sowohl den Interessen deutschen arbeitenden Menschen als auch der Verwirklichung einer umfassenden europäischen Völkergemeinschaft dient.“
    Herbert Wehner, 1952

 

  • „Die Humanität wird stärker sein als Schießbefehle und Minengürtel, wenn sie sich entfalten kann. Wiedervereinigung in gesicherter Freiheit wird letzten Endes abhängig sein von dem Grade, in dem das Zusammengehörigkeitsgefühl, wenn auch zunächst schritt- und stückweise, sich geltend macht.“
    Herbert Wehner, 1964
    Quelle: Zugleich Inschrift auf dem Denkmal in der Spenerstraße.

 

  • „Unsere Sache ist es, den betriebstätigen Menschen zum Bewußtsein zu bringen und im Bewußtsein zu erhalten, immer neue Erfahrungen dazu zu verwerten, daß wir es in der SPD mit der Partei zu tun haben, die ihnen reinen Wein einschenkt und die sie nicht verschaukelt oder verkohlt.“
    Herbert Wehner, 1973

 

  • „Der erste Schritt, den jeder tun kann, ist, sich frei zu machen von dem Untertanengemüt.“
    Herbert Wehner, 1926

 

  • „Wir ringen darum, die im Grundgesetz allen Frauen und Männern gewährleisteten gleichen staatsbürgerlichen Rechte weiterzuführen, zu transformieren, zu transformieren zur sozialen Chancengleichheit für jedermann, jede Frau und jeden Mann, gleichviel in welchen Verhältnissen sie geboren wurden und wohin es sie verschlagen oder vertrieben hat.“
    Herbert Wehner, 1978